Sie überlegen, ob Sie Ihre Website einfach von einer KI bauen lassen können? Die Werbung verspricht ja, dass das in wenigen Minuten geht und aussieht wie von einer Agentur. Ich wollte wissen, was dabei wirklich herauskommt und ob das was taugen kann. Deshalb habe ich es mit unterschiedlichen Aufträgen mehrmals ausprobiert.
Vorweg das Ergebnis. In allen fünf Durchgängen war nach wenigen Minuten eine Website auf dem Display, die auf den ersten Blick relativ fertig aussah. Online gehen hätte trotzdem keine davon dürfen.
In jeder Fassung standen Angaben über die Praxis, die sich die KI selbst ausgedacht hatte. Kein Kontaktformular hat eine Anfrage verschickt. Bilder gab es keine, Impressum und Datenschutz blieben überall leere Platzhalter. Am Ende stand jedes Mal eine Website da, die aber keine Struktur hatte. Optisch hat mir davon auch keine Website gefallen.
Ich baue seit sieben Jahren Websites, es liegt also nahe, dass ich ein Interesse daran habe, dass so ein Test schlecht ausgeht. Deshalb erzähle ich auch die Stellen, an denen die KI besser war als gedacht. Davon gibt es auch einige, zugegeben :).
In diesem Artikel zeige ich Ihnen, was bei den fünf Durchgängen herausgekommen ist, wo überall Angaben erfunden wurden und was nach dem Klick auf „Veröffentlichen" alles noch zu tun bleibt.
Los geht's!
So bin ich vorgegangen
Damit Sie die Ergebnisse einordnen können, schreibe ich kurz auf, wie ich getestet habe.
Als Testobjekt habe ich mir eine fiktive Zahnarztpraxis ausgedacht, Dr. Martin Weber in Nürnberg, mit acht Mitarbeitern und ein paar typischen Leistungen. Den ersten Prompt habe ich absichtlich so formuliert, wie ein Zahnarzt ihn schreiben würde, also ohne Fachbegriffe und ohne Vorgaben zur Struktur. Danach habe ich nicht nachgebessert, denn mich hat der erste Wurf interessiert.
Jede fertige Seite habe ich mir anschließend am Desktop und auf dem Handy angeschaut und alle Angaben mit meinem Auftrag verglichen. Die ersten drei Fassungen sind direkt in einem Sprachmodell von Claude entstanden, die Durchgänge vier und fünf in Claude Design. Baukästen wie Wix oder IONOS habe ich nicht selbst getestet.
Runde 1 mit einem ganz normalen Auftrag
Als erstes habe ich getestet, was herauskommt, wenn ich die KI einfach machen lasse.
Das war mein Prompt im Wortlaut, so wie ihn ein Zahnarzt vielleicht ungefähr schreiben würde:
Erstelle mir eine Website für meine Zahnarztpraxis. Praxis Dr. Martin Weber, Zahnarztpraxis in Nürnberg, Fürther Straße 112. Wir machen Prophylaxe, Zahnersatz, Implantate und behandeln auch Angstpatienten. Wir sind 8 Mitarbeiter und haben 3 Behandlungszimmer. Die Seite soll modern aussehen und Patienten sollen einen Termin anfragen können. Telefon 0911 1234567.
Herausgekommen ist eine Praxis-Website in gedämpftem Grün, mit einer Sprechzeiten-Karte gleich im sichtbaren Bereich und vier Leistungskarten darunter.

Gestalterisch gefällt sie mir leider gar nicht. Das Design ist austauschbar, es könnte so für jede beliebige Praxis stehen. Die Buttons im Kopfbereich sind ein Durcheinander, dazu komme ich weiter unten noch. So etwas würde ich einer Kundin nicht zeigen.
Technisch war die Seite allerdings besser gebaut, als ich erwartet hatte. Sie lud schnell, hatte eine sinnvolle Überschriften-Struktur und alle Formularfelder waren beschriftet. Auch das gehört dazu, weil sonst alles Weitere unfair klingt.
Die KI hat sich einfach Angaben über die Praxis ausgedacht
In meinem Auftrag standen vier Leistungen, acht Mitarbeiter, drei Behandlungszimmer und eine Telefonnummer. Auf der fertigen Seite stand dann leider allerdings deutlich mehr.
Auf einmal gab es Sprechzeiten von Montag bis Freitag, die ich nicht genannt hatte. Im Team stand eine Mitarbeiterin namens Sandra Bergmann, die es gar nicht gibt. Als Auszeichnung tauchte „Alle Kassen und Privat" auf. Und ganz oben im sichtbaren Bereich stand „Barrierefreier Zugang". Diese erfundene Angabe finde ich besonders heikel.
Die erfundenen Sprechzeiten hat die KI zusätzlich dort hinterlegt, wo Google sie für das Suchergebnis ausliest. Ein Patient, der am Mittwochnachmittag vor verschlossener Tür steht, hat sie also oft schon bei Google gelesen. So sollte das eigentlich nicht sein.
Und wer mit einem barrierefreien Zugang wirbt, den er gar nicht hat, macht eine Werbeaussage über ein Merkmal, nach dem Menschen ihre Arztwahl ausrichten. Irreführende Werbung fällt unter § 5 UWG und ist abmahnfähig. Da hört der Spaß dann auf.
In allen fünf Durchgängen hat die KI an keiner Stelle geschrieben, dass sie etwas nicht weiß. Sie füllt die Lücke stattdessen mit dem, was an dieser Stelle plausibel wäre.
Das Kontaktformular sah fertig aus, aber hat nichts verschickt
In keinem Durchgang ist ein Formular entstanden, das eine Anfrage auch wirklich versendet hätte.
Das Formular war da, es prüfte die Eingaben und hatte eine Datenschutz-Checkbox. Nach dem Absenden erschien die Meldung „Vielen Dank für Ihre Anfrage!". Nur war kein Empfänger hinterlegt, es ging also keine Mail hinaus.
Ein Patient fragt also einen Termin an, sieht die Bestätigung und wartet auf den Rückruf. In der Praxis kommt aber nie etwas an. Auffallen würde das erst, wenn dort jemand nachzählt, wie viele Anfragen eigentlich hätten ankommen sollen. Mich ärgert dieser Fehler wirklich am meisten.
Auf der ganzen Seite war kein Bild
Die KI hat in keinem Testdurchgang mit Bildern gearbeitet.
Es gab keine Fotos von den Praxisräumen und auch keins vom Team oder vom Arzt selbst, stattdessen arbeitete die Seite mit Farbflächen. Ausgerechnet bei einer Zahnarztpraxis fehlt damit der wichtigste Baustein. Patienten möchten sehen, wer sie behandelt und wie es dort aussieht, bevor sie zum Telefon greifen, bei Angstpatienten gilt das noch einmal viel stärker.
Bei meinen Websites für Zahnarztpraxen plane ich das Fotoshooting deshalb von Anfang an mit ein. Eine KI kann Fotos nun mal nicht besorgen. Sie kann sie zwar erfinden, aber erfundene Praxisräume sind für eine echte Praxis noch schlimmer als gar keine.
Wo die Seite für Patienten schwer zu bedienen war
Die erste Fassung war insgesamt überraschend ordentlich, zwei Sachen sind mir aber aufgefallen.
Im Kopfbereich standen am Schreibtisch zwei Buttons „Termin anfragen" direkt nebeneinander. Der eine war dunkelgrün auf dunkelgrün und damit schlicht nicht zu lesen.

Gemeldet hat mir die Prüfung nur den schlechten Kontrast. Dass dort überhaupt ein Button zu viel steht, taucht in keinem Prüfbericht auf, weil es technisch gesehen kein Fehler ist. Darauf muss also jemand draufschauen.
Das zweite Problem betrifft das Handy. Die Telefonnummern-Links waren so klein, dass eine ältere Patientin sie kaum trifft. Dabei ist eine Mindestgröße für antippbare Elemente inzwischen vorgeschrieben. Das ist dann natürlich eher schlecht.
Das steht so im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das seit Juni 2025 gilt. Welche Praxen davon betroffen sind und was dann zu tun ist, habe ich im Artikel über die barrierefreie Zahnarzt-Website aufgeschrieben.
In einem späteren Durchgang kam noch ein zweiter Fall dieser Art dazu, der ist fast noch schöner. Auf dem wichtigsten Button der Seite stand statt eines Textes eine unaufgelöste Platzhaltervariable, gleich zweimal. Aufgefallen ist das keiner Prüfung. Ein Besucher sieht es dagegen sofort.

Runde 2 mit meiner Kritik an der ersten Fassung
Nach vier Minuten ist bei einem echten Projekt natürlich noch nichts fertig.
Also habe ich eine zweite Runde angehängt und meine Rückmeldung so formuliert, wie ein Kunde es tun würde:
Danke, das ging ja schnell! Ein paar Sachen hätte ich aber noch gerne anders: Das Dunkelgrün ist mir zu düster für eine Zahnarztpraxis. Ich hätte lieber etwas Helleres und Freundliches, so ein frisches Blau vielleicht. Die Schrift in der großen Überschrift wirkt auf mich altmodisch, das darf gerne moderner aussehen.
Oben rechts sind zwei Knöpfe hintereinander, das sieht komisch aus, einer reicht. Und die Sprechzeiten stimmen nicht: Mittwoch haben wir bis 19 Uhr geöffnet, nicht bis 13 Uhr.
Alle vier Wünsche wurden umgesetzt, und zwar richtig. Die korrigierte Sprechzeit zog die KI an allen vier Stellen nach, sogar dort, wo Google sie ausliest. Das hat mich wirklich überzeugt! Ein schönes Design ist es aber immer noch nicht, daran ändert auch eine andere Farbe nichts.

Nur ist dabei etwas passiert, das dem Kunden gar nicht auffallen konnte. Das freundliche Blau in der Fußzeile hebt sich zu wenig vom Hintergrund ab, der Text dort ist jetzt schwerer zu lesen als vorher. Gebeten hatte er um schönere Farben. Dass die Seite dadurch schlechter lesbar wird, stand nirgends.
Nach der zweiten Runde war also alles korrigiert, was der Kunde sehen konnte. Der Rest stand unverändert da, weil er in seiner Rückmeldung nun mal nicht vorkam. Es gab weiterhin kein Bild, das Formular verschickte nach wie vor nichts, Impressum und Datenschutz blieben leere Gerüste. Sandra Bergmann stand immer noch im Team.
Runde 3 mit einem vollständigen Briefing, so wie bei einem echten Projekt
Für den dritten Durchgang habe ich alles vorgegeben, was ich bei einem Kundenprojekt auch vorgeben würde, also Stilrichtung, vier Farben mit Farbwerten, zwei Schriften namentlich und ein Raster.
Hier mein Briefing, stark gekürzt:
Stilrichtung: Swiss Design, editorial-minimalistisch, Ästhetik 2026. Präzise Typografie, viel Weißraum, strenges Raster, ruhig und hochwertig.
Farben, exakt diese vier, keine weiteren: Hintergrund Off-White #F4F2ED, Text Dunkel #1A1A18, Akzent Terrakotta #C4573A sparsam einsetzen, Neutral Greige #B8B2A7 für Linien und Sekundärtext. Schriften, exakt zwei: Headlines in Instrument Serif, Fließtext in Schibsted Grotesk, beide per Google-Fonts-Link einbinden.
Absolute No-Gos: keine Farbverläufe, kein Poppins oder Inter, keine runden Karten mit weichen Schatten, keine Emoji als Icons, kein Glassmorphism, keine zentrierten Hero-Texte mit Buttonpaar.
Die Farbwerte hat die KI exakt so übernommen, wie ich sie vorgegeben hatte. Auch die beiden Schriften waren die richtigen. Nur eingesetzt hat sie sie viel zu groß, sodass auf dem ersten Bildschirm nur drei riesen Wörter zu sehen sind. Puh!

Gefallen hat mir diese Fassung gestalterisch natürlich am wenigsten. Der Rest wirkt trotz aller Vorgaben wieder austauschbar. Einer Kundin könnte ich sie nicht mal als Zwischenstand zeigen. Ein vollständiges Briefing hat mir hier also nichts genützt.
Der Fehler steckte in meinem eigenen Briefing
An 37 Stellen hat der Kontrast dann nicht gereicht, der Text war dort also schwer zu lesen.
Fast alle gehen auf nur eine Vorgabe von mir zurück, nämlich das helle Greige für Sekundärtext auf dem hellen Hintergrund. Die Farbkombination sieht gut aus, lesbar ist sie aber trotzdem nicht. Eine Kollegin hätte an dieser Stelle widersprochen und für den Text einen dunkleren Ton vorgeschlagen, die Linien aber hell gelassen. In einem Gespräch wäre das ein Zweizeiler gewesen.
Die KI hat mir aber nicht widersprochen, sie hat einfach ausgeführt. Je ausführlicher Sie briefen, desto zuverlässiger bekommen Sie auch das, was Sie verlangt haben, einschließlich der Fehler, die Sie selbst hineingeschrieben haben.
Weil ich im Briefing „per Google-Fonts-Link einbinden" geschrieben hatte, hat die KI die Schriften außerdem direkt von Googles Servern geladen. Dabei geht die IP-Adresse jedes Besuchers ohne Einwilligung in die USA. Dafür hat das Landgericht München I einem Websitebesucher schon 100 Euro Schadensersatz zugesprochen. Ein Hinweis darauf kam von der KI aber nicht. Also lief der Versuch insgesamt ganz schön meh.
Runde 4 und 5 in Claude Design, einmal mit und einmal ohne meinen Arbeitsablauf
Für die letzten beiden Durchgänge bin ich in Claude Design gegangen, das Designwerkzeug von Anthropic. Diesmal habe ich einen Auftrag formuliert, wie ihn ein Zahnarzt mit vorhandener Marke geben würde, also mit drei Praxisfarben aus dem Logo:
Wir haben schon ein Logo und feste Praxisfarben, die möchte ich behalten: Petrol #1D6F70, das ist unsere Hauptfarbe aus dem Logo, Mint #9FD8D2 als zweite Farbe und warmes Grau #EDEAE4. Die Seite soll professionell und modern aussehen. Seriös, aber nicht steril, es sollen sich ja auch Leute wohlfühlen, die ungern zum Zahnarzt gehen.
Diesmal kam erst mal ein Fragebogen. Der wollte wissen, wie viele Unterseiten es geben soll, welches Bildmaterial vorhanden ist und wer die Texte schreibt. Der Grund dafür war allerdings ich selbst, denn auf meinem Konto liegt mein eigener Arbeitsablauf hinterlegt. Angefordert hatte ich ihn nicht, das Werkzeug hat ihn von sich aus geladen. Deshalb habe ich den Test noch ein zweites Mal gemacht, diesmal ohne gespeicherte Abläufe.
Zwischen den beiden Durchgängen lag also nur dieser Arbeitsablauf. Was er ausgemacht hat, war dann doch bemerkenswert.
Mit ihm stand der barrierefreie Zugang in einer Auswahlliste zur Wahl und wurde nicht angekreuzt, taucht auf der fertigen Seite also gar nicht erst auf. Die Schriften waren eingebettet statt von Google geladen. Statt einer Lücke stand im Layout ein Bildplatzhalter mit einem Bildbriefing darin, so wie ich das auch machen würde.

Ohne den hinterlegten Ablauf war der barrierefreie Zugang wieder erfunden, dazu kamen Parkplätze am Haus, eine U-Bahn-Linie und eine Akutsprechstunde, von denen nichts im Auftrag stand. Die Schriften kamen wieder direkt von Google. Optisch gefällt mir diese letzte Fassung dafür am besten, ganz ok würde ich sagen. Nach einer Designerin sieht sie trotzdem nicht aus, eher nach dem Mittelwert von tausend Websites, an die sich niemand erinnert.

Auch der Fragebogen hat übrigens nicht verhindert, dass Angaben erfunden wurden. Nach den Öffnungszeiten hat er nie gefragt, die standen lediglich als Häkchen in einer Liste. Ich habe das Häkchen gesetzt, schon standen konkrete Uhrzeiten mit Mittagspausen auf der Seite, die ich Claude nicht genannt hatte. Bei allem, wonach nicht gefragt wird, erfindet die KI weiter.
Rechtstexte und Struktur fehlten in jeder Fassung
Die rechtlichen Pflichttexte hat mir keine Fassung geliefert (vielleicht auch besser so ;)).
Am besten war noch Runde 1, dort gab es immerhin ein Gerüst mit Überschriften, nur eben ohne Inhalt. Für eine Zahnarztpraxis fehlen damit ausgerechnet die berufsrechtlich zwingenden Angaben, also die zuständige Zahnärztekammer, das Approbationsland, die Berufsordnung und die Kassenzahnärztliche Vereinigung. In den späteren Runden waren Impressum und Datenschutz sogar nur noch Links ins Leere.
Und dann war da noch die Struktur. Alle fünf Fassungen waren Einseiter, die vier Leistungen lagen jeweils als kurzer Kasten auf derselben Seite. Für die Suche heißt das, dass keine Seite für „Implantate Nürnberg" antreten kann. Ein Praxisprojekt bekommt bei mir aus gutem Grund 10 bis 14 Seiten, weil jede einzelne davon für etwas anderes gefunden werden soll. Die Frage nach der Struktur hat die KI übrigens nie von sich aus gestellt.
Und was danach alles noch zu tun ist
Was fehlt denn nun eigentlich noch, wenn die Seite fertig aussieht? Bei den Vergleichsartikeln zu diesem Thema habe ich so eine Liste nicht gefunden, denn dort enden die Anleitungen alle beim Klick auf „Veröffentlichen". Dabei fängt die Arbeit da eigentlich erst an!
Wenn die KI fertig ist, fehlen noch:
- Domain, Hosting und ein SSL-Zertifikat
- Eine funktionierende Mailadresse und ein Empfänger für das Formular, dazu ein echter Test, ob die Mail auch wirklich ankommt
- Ein vollständiges Impressum mit den berufsrechtlichen Angaben
- Eine Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was die Seite tatsächlich lädt
- Echte Fotos von Praxis und Team
- Eine Prüfung sämtlicher Angaben auf der Seite darauf, ob sie überhaupt stimmen
- Eine Seitenstruktur, wenn die Seite denn gefunden werden soll
- Google Search Console, Indexierung und die Verknüpfung mit dem Google-Unternehmensprofil
- Ein Weg, wie die Praxis später selbst Texte ändern kann
Der letzte Punkt wird am meisten unterschätzt. Es entsteht ja kein CRM/Redaktionssystem, deshalb bedeutet jede Änderung an den Sprechzeiten, dass wieder jemand gefragt werden muss.
Und wie sieht es gestalterisch aus?
Über das Design habe ich bisher an den einzelnen Stellen geschrieben, deshalb fasse ich es hier noch einmal zusammen. Für mich ist das nämlich der wichtigste Punkt.
Keine der fünf Fassungen ist ein Entwurf, den ich einer Kundin vorlegen würde. Die ersten beiden sind austauschbar und handwerklich schwach. Bei der dritten erschlägt die Schrift alles andere. Die vierte gefällt mir deutlich besser, hat aber dasselbe Schriftproblem. Und die fünfte ist ganz ok, sieht aber immer noch nach dem Mittelwert von tausend Websites aus.
Ein Design wird ja nicht dadurch gut, dass alle Regeln eingehalten sind. Es braucht jemanden, der eine mutige Entscheidung trifft und den Rest darum herum ruhig hält, also eine Farbe, die Sie nicht erwarten, oder eine Schrift mit Charakter. Solche Entscheidungen trifft die KI nicht von sich aus, sie mittelt.
Für wen das vielleicht trotzdem völlig reicht
Wenn Sie als Einzelperson zum ersten Mal überhaupt online sichtbar werden möchten, ein kleines Budget haben und die Seite selbst kontrollieren, dann reicht das aus. Als Zwischenlösung taugt es, oder als besserer Platzhalter, bis etwas Richtiges entsteht. In einer Stunde haben Sie etwas, das besser aussieht als der Branchenbucheintrag, den Sie sonst hätten. Mehr als Zeit kostet Sie das nicht 🙂
Und auch in meinem eigenen Arbeitsalltag ist KI wirklich nützlich! Ich nutze sie für Struktur, für Textentwürfe und für Recherche. Der Unterschied ist nur, dass ich hinterher prüfe, was dabei herausgekommen ist, weil ich weiß, wonach ich suchen muss.
Und ab wann es dann nicht mehr reicht 😉
Sobald ein Unternehmen für seine Aussagen haftet oder Patienten über die Seite Kontakt aufnehmen sollen, wird es eng. Dasselbe gilt, sobald die Seite bei Google gefunden werden soll.
Bei einer Praxis kommt erschwerend dazu, dass die Fehler aus diesem Test im Alltag gar nicht auffallen. Ein Formular, das nichts verschickt, meldet sich ja nicht von selbst. Erfundene Sprechzeiten merken Sie erst dann, wenn jemand vor der Tür steht.
Websites starten bei mir bei 4.400 Euro netto, ein typisches Praxisprojekt mit 10 bis 14 Seiten liegt bei etwa 5.900 Euro netto. Was in so einem Projekt alles steckt, habe ich im Beitrag Was kostet eine Zahnarzt-Website aufgeschlüsselt.
Stehen Sie gerade vor dieser Entscheidung? Dann schreiben Sie mir kurz, was Sie vorhaben. Sie bekommen innerhalb eines Werktags eine Einschätzung per E-Mail, ganz ohne Verkaufsgespräch.
Häufige Fragen
Kann KI wirklich eine ganze Website erstellen?
Ja, das klappt. In vier Minuten ist bei mir eine Seite entstanden, die optisch funktioniert und technisch ordentlich gebaut war. Was danach fehlt, ist alles, wofür jemand geradestehen muss, also richtige Angaben, ein funktionierendes Formular, echte Fotos, vollständige Rechtstexte und eine Struktur für die Suche.
Kann ChatGPT eine Homepage erstellen?
Technisch ja, das Ergebnis ist mit dem aus meinem Test vergleichbar. Sie bekommen dabei allerdings Programmcode und keine fertige Website. Domain, Hosting, Mailversand und Rechtstexte kommen nicht mit.
Was kostet eine mit KI erstellte Website?
Die Seite erzeugen zu lassen kostet zwischen null und wenigen Euro. Die eigentlichen Kosten stehen woanders, nämlich bei Domain und Hosting, eventuell einem Abo für das Werkzeug und vor allem bei der Arbeitszeit für alles, was danach noch zu tun ist. Bei einem Baukasten kommt dazu, dass die Seite meist offline geht, sobald Sie nicht mehr zahlen.
Sind KI-erstellte Websites bei Google auffindbar?
Die technischen Grundlagen waren in meinem Test mal vorhanden und mal verschwunden. Das größere Problem ist aber die Struktur. Alle fünf Fassungen waren Einseiter, es gab also keine Unterseite, die für ein bestimmtes Leistungs-Keyword antreten könnte.
Kann ich meine Website ändern, nachdem die KI sie erstellt hat?
Nur, indem Sie erneut fragen. In meinem Test ist jedes Mal eine einzelne HTML-Datei entstanden, ohne Redaktionssystem. Für jede Änderung an den Sprechzeiten müssen Sie die KI also wieder bemühen.
Erstellt die KI auch Impressum und Datenschutzerklärung?
In keinem meiner fünf Durchgänge sind vollständige Rechtstexte entstanden. Im besten Fall stand ein Gerüst mit Überschriften da, im schlechtesten nur ein Link, der ins Leere führt. Für Praxen fehlten die berufsrechtlichen Pflichtangaben durchgehend.
Ist eine KI-Website barrierefrei?
Nach meinen Prüfungen leider nicht. In jedem Durchgang gab es Stellen, an denen der Kontrast nicht ausreicht, dazu zu kleine Schaltflächen auf dem Handy. Auffällig war übrigens, dass es schlechter wurde, je ausführlicher ich gestalterisch gebrieft habe.
Wird das Ergebnis besser, wenn ich der KI ausführlicher sage, was ich will?
Das Aussehen ja, die Lesbarkeit nein. Mein bestgebrieftes Ergebnis hatte gleichzeitig die meisten Kontrastprobleme, weil die KI eine Farbvorgabe aus meinem eigenen Briefing übernommen hat, die nicht funktioniert. Widersprochen hat sie nicht.







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