Wer für seinen Handwerksbetrieb eine neue Website plant, sucht meist zuerst nach Beispielen. Und stellt dann fest, dass die meisten Handwerker-Websites doch erstaunlich austauschbar aussehen: ein Stockfoto mit Bauhelm, drei Absätze über Qualität und Zuverlässigkeit, eine Telefonnummer im Footer. Naja... Dabei gibt es sie, die richtig guten Seiten. Ich habe sechs Handwerker-Websites aus Deutschland und der Schweiz zusammengestellt, die zeigen, wie viel mehr möglich ist. Zwei davon stammen aus meiner eigenen Arbeit als Webdesignerin. Bei jedem Beispiel finden Sie den Punkt, den Sie sich für den eigenen Betrieb abschauen können.
Was eine gute Handwerker-Website heute leisten muss
Bevor wir zu den Beispielen kommen, noch kurz zum Maßstab. Eine Handwerker-Website hat heute drei Aufgaben, und die dritte wird gerne unterschätzt.
Die erste Aufgabe ist Vertrauen. Wer einen Handwerker beauftragt, lässt fremde Menschen in sein Haus und gibt oft fünfstellige Beträge aus. Diese Entscheidung fällt vor dem ersten Anruf, nämlich beim Blick auf Ihre Website. Echte Fotos von echten Projekten und echten Menschen schlagen dabei jedes Stockfoto, denn daran erkennen Besucher in Sekunden, ob sie einen Betrieb oder eine Fassade vor sich haben.
Die zweite Aufgabe ist die Anfrage. Handwerker werden gesucht, wenn etwas ansteht oder kaputt ist. Die Website muss den Weg vom Problem zur Kontaktaufnahme so kurz wie möglich machen: sichtbare Telefonnummer, einfaches Formular, schnelle Antwort. Jede Hürde kostet Aufträge, weil der nächste Betrieb nur einen Klick entfernt ist.
Die dritte Aufgabe ist die am meisten unterschätzte: Mitarbeitergewinnung. Fast jeder Betrieb, mit dem ich arbeite, sucht Fachkräfte oder Azubis. Bewerber schauen sich Ihre Website genauso an wie Kunden, nur mit anderen Fragen. Wie sieht das Team aus, wie wird hier gearbeitet, will ich da hin? Eine gute Karriereseite ist im Handwerk inzwischen genauso wichtig wie die Leistungsseiten.
Dazu kommt das technische Fundament, das Besucher nie bewusst wahrnehmen, das aber über Erfolg und Misserfolg mitentscheidet. Eine Handwerker-Website muss responsive sein, also auf dem Smartphone genauso gut funktionieren wie am Rechner, denn der größte Teil Ihrer Kunden sucht mobil. Sie muss schnell laden, weil Ladezeit sowohl Besucher als auch Google-Rankings kostet. Und sie muss rechtlich auf sicherem Stand sein, von Impressum und DSGVO-konformen Formularen bis zur Barrierefreiheit, die seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz von 2025 auch für viele Betriebs-Websites relevant wird. All das sehen Sie den folgenden Beispielen nicht direkt an, es steckt aber in jedem davon.
Mit diesem Maßstab im Kopf habe ich hier die sechs Beispiele.
Beispiel 1: Demele Holz- und Dachbau zeigt schon im Hero, worum es geht

Die Startseite von Demele braucht genau einen Blick: riesige rote Wortmarke, darunter „Holz und Dachbau“, darunter ein Drohnenvideo von der eigenen Baustelle. Besucher wissen in der ersten Sekunde, wer hier arbeitet und worum es geht. Telefonnummer und E-Mail stehen dauerhaft oben, Jobs und Karriere haben einen festen Platz im Hauptmenü. Besonders gut gefällt mir das DachAbo, eine jährliche Dachinspektion im Abo. Damit macht der Betrieb aus einer Wartungsleistung ein Produkt mit wiederkehrendem Umsatz und bleibt bei seinen Kunden präsent, lange nachdem das Dach fertig ist.
Das können Sie sich abschauen: Der erste Bildschirm muss beantworten, was Sie tun und für wen. Und denken Sie über Ihre eigene Abo-Idee nach, denn planbare Wartung ist für beide Seiten ein Gewinn.
Beispiel 2: Thermondo bringt die Startseite auf eine einzige Botschaft

Thermondo ist Deutschlands größter Heizungsinstallateur und als Unternehmen eher Konzern als Familienbetrieb. Auf diese Liste gehört die Website trotzdem, weil sie vorführt, wie Konzentration im Webdesign aussieht. Der Hero besteht aus einer Botschaft („Bequem und zuverlässig zur Wärmepumpe“), einem einzigen Button zum kostenlosen Angebot und aus dem Foto eines echten Monteurs. Hier gibt es keine Slider, keine zehn konkurrierenden Buttons, kein Selbstlob über drei Absätze. Jedes Element der Seite arbeitet auf die eine Anfrage hin.
Das können Sie sich abschauen: Eine Hauptbotschaft und ein Hauptknopf schlagen fünf halbgare Optionen. Fragen Sie sich bei jedem Element Ihrer Startseite, ob es zur Anfrage beiträgt oder von ihr ablenkt.
Beispiel 3: Metallbau Pfeuffer zeigt sich mutig und selbstbewusst (aus meiner Feder)

Metallbau Pfeuffer fertigt Rohrleitungssysteme und komplexe Metallkonstruktionen, unter anderem für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch für Spezialprojekte. Hier entstand zuerst ein neues Logo und Branding, darauf aufbauend die Website: reduziert, aufs Wesentliche konzentriert, mit einer sinnvoll geplanten Seitenstruktur und SEO-Texten für die relevanten Fachbegriffe. Ein Schwerpunkt lag auf der Wirkung auf Bewerber, denn im industrienahen Metallbau ist der Kampf um Fachkräfte mindestens so hart wie um Aufträge.
Das können Sie sich abschauen: Wenn Logo und Erscheinungsbild in die Jahre gekommen sind, lohnt es sich, Branding und Website in einem Zug zu erneuern. Das Ergebnis wirkt aus einem Guss, und Sie bezahlen die Einarbeitung in Ihren Betrieb nur einmal. Details zum Projekt stehen auf meiner Projektseite von Metallbau Pfeuffer.
Beispiel 4: Baumraum macht aus einer Nische eine weltweite Marke

Baumraum plant und baut exklusive Baumhäuser, von der privaten Rückzugshütte bis zum Hotelprojekt, und das weltweit. Die Website lebt von Bildern, die man so schnell nicht vergisst: beleuchtete Baumhäuser in der Abenddämmerung, formatfüllend und fast ohne Beiwerk. Trotzdem bleibt die Seite bedienbar und erklärt direkt unter dem ersten Bild, was Baumraum macht und für wen. Das Beispiel zeigt, was eine spitze Positionierung im Handwerk auslösen kann, denn wer ein Baumhaus will, kommt an diesem Betrieb kaum vorbei.
Das können Sie sich abschauen: Je spitzer die Nische, desto größer der Radius. Ein Betrieb mit einer besonderen Spezialisierung kann Kunden weit über die eigene Region hinaus gewinnen, und die Website ist das Schaufenster dafür.
Beispiel 5: Enea inszeniert Gartenbau wie ein Magazin

Enea aus Rapperswil-Jona ist eines der bekanntesten Landschaftsbau-Unternehmen Europas, mit Büros bis nach Miami und New York. Die Website inszeniert Gärten wie ein Magazin: große Bilder, ruhige Typografie, ein eigenes Baummuseum als Markenzeichen. Auch hier gilt: Das Budget dahinter ist ein anderes als beim regionalen Galabau-Betrieb. Aber der Kern lässt sich übertragen. Enea zeigt fast ausschließlich fertige Ergebnisse, also das, was der Kunde am Ende bekommt, und lässt die Bilder arbeiten, statt sie mit Text zuzustellen.
Das können Sie sich abschauen: Investieren Sie auf jeden Fall einmal in professionelle Fotos Ihrer besten Projekte, denn die sind das A und O jeder Website! Gute Bilder tragen eine ganze Website, schlechte reißen auch das beste Design ein. Ein paar praktische Hinweise dazu finden Sie in meinem Artikel mit Tipps für Website-Fotos.
Beispiel 6: Wening Bau erzählt 180 Jahre Tradition modern (aus meiner Feder)

Wening Bau ist ein Bauunternehmen aus der Nürnberger Region, das seit über 180 Jahren als Familienbetrieb Massivhäuser, Wohnanlagen und Gewerbeobjekte baut. Beim Relaunch ging es um die Balance, die viele Traditionsbetriebe suchen: Vertrauen aus der Geschichte ziehen, ohne alt auszusehen. Entstanden ist ein moderner Auftritt mit schwarzweißer Bildwelt, türkisen Akzenten und großzügigen Projektfotos. Die Referenzgalerie lässt sich nach Haustypen filtern, der Instagram-Feed bringt laufend aktuelle Baustellenbilder auf die Seite, und die Texte sind auf Suchbegriffe wie „Massivhaus Nürnberg“ optimiert. Umgesetzt ist das Ganze in WordPress, sodass das Team die Website nach einer kurzen Einführung selbst pflegt.
Das können Sie sich abschauen: Tradition und modernes Design schließen sich nicht aus. Und eine filterbare Referenzgalerie macht aus einem Bilderhaufen ein Verkaufsinstrument, weil Interessenten genau die Projekte finden, die ihrem Vorhaben ähneln. Mehr zum Projekt gibt es auf meiner Projektseite von Wening Bau.
Häufige Fehler bei Handwerker-Websites
Nach vielen Projekten und noch mehr angeschauten Websites tauchen immer dieselben Schwächen auf. Stockfotos statt eigener Bilder sind der häufigste Fehler, gleich danach kommt die Telefonnummer, die auf dem Smartphone nicht antippbar ist, obwohl gerade Handwerker überwiegend mobil gesucht werden. Viele Seiten verstecken ihre Referenzen in einer winzigen Galerie oder zeigen Projekte ganz ohne Beschreibung, dabei wollen Interessenten wissen, was genau gemacht wurde. Der Klassiker ist die eine Sammelseite „Unsere Leistungen“, auf der von der Badsanierung bis zum Notdienst alles in drei Zeilen steht. Damit kann weder ein Besucher noch Google etwas anfangen. Und schließlich fehlt auf erstaunlich vielen Handwerker-Websites eine Karriereseite, während im Betrieb händeringend gesucht wird.
Dazu kommt die Sichtbarkeit: Die schönste Website bringt nichts, wenn sie bei Google nicht gefunden wird. Für Handwerksbetriebe heißt das vor allem regionale Suchbegriffe auf den Leistungsseiten und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit aktuellen Bewertungen. Wie Sie das einrichten, zeige ich Schritt für Schritt im Artikel zum Google-Unternehmensprofil.
So übertragen Sie die Beispiele auf Ihren Betrieb
Sechs Websites mit sechs verschiedenen Ansätzen. Damit daraus ein Plan für Ihre eigene Seite wird, empfehle ich diese Reihenfolge.
Klären Sie zuerst Ihre Positionierung, denn sie entscheidet über alles Weitere. Sind Sie der Nischenbetrieb mit weitem Radius wie Baumraum, der Traditionsbetrieb wie Wening Bau, der auf eine einzige Botschaft konzentrierte Anbieter wie Thermondo? Aus dieser Antwort ergeben sich Tonalität, Bildsprache und Struktur fast von selbst.
Sammeln Sie dann Ihre Substanz: die zehn besten Projekte mit ein paar Sätzen zu Aufgabe und Lösung, Fotos vom Team und Ihre wichtigsten Leistungen als Liste. An fehlendem Material scheitern mehr Website-Projekte als an fehlendem Budget, und dieser Schritt kostet nur Zeit.
Legen Sie dann unbedingt die Struktur fest, bevor über Design gesprochen wird. Als Faustregel: eine Seite pro Kernleistung, eine Referenzseite mit echten Projekten, Team- und Karriereseite, Kontakt mit möglichst niedriger Hürde. Wenn Sie mit einem Profi arbeiten, gehört an diese Stelle eine Keyword-Recherche, damit die Struktur zu dem passt, was in Ihrer Region tatsächlich gesucht wird. In meinen Projekten arbeite ich immer mit einer Keywordrecherche, denn das ist das Fundament einer erfolgreichen Website.
Erst danach kommt die Gestaltung, und hier lohnt der Blick zurück auf die Beispiele: Alle sechs Seiten sind unterschiedlich, aber keine wirkt beliebig. Jede sieht aus wie der Betrieb dahinter. Genau das sollte auch Ihr Anspruch sein, denn eine Website von der Stange können Ihre Mitbewerber auch.
Was kostet eine gute Handwerker-Website?
Die kurze Version: Baukasten-Seiten gibt es ab etwa 20 Euro im Monat, einfache Freelancer-Websites ab rund 1.000 Euro, und professionell erstellte Websites mit individuellem Design und Suchmaschinenoptimierung liegen meist zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Bei mir starten Website-Projekte ab 3.500 Euro netto, die meisten Betriebs-Websites mit 10 bis 15 Seiten liegen zwischen 4.900 und 6.900 Euro netto, inklusive Keyword-Recherche und SEO-Struktur. Ob sich das rechnet, lässt sich im Handwerk einfach beantworten: Ein einziger zusätzlicher Auftrag im Jahr zahlt die Website in der Regel mehrfach. Also ja, das lohnt sich aus meiner Sicht unbedingt.
Wenn Sie wissen möchten, was ein Projekt für Ihren Betrieb kosten würde, schildern Sie mir Ihre Situation über meine Projektanfrage. Sie bekommen innerhalb eines Werktags eine erste Einschätzung per E-Mail, ohne Verkaufsgespräch. Einen Überblick über meine Arbeitsweise finden Sie auf der Seite Webdesign Nürnberg.
Häufige Fragen zu Handwerker-Websites
Was gehört auf eine Handwerker-Website?
Zum Pflichtprogramm gehören eine Startseite, die sofort zeigt, wer Sie sind, eigene Seiten für Ihre wichtigsten Leistungen, echte Projektfotos mit kurzen Beschreibungen, ein Team-Bereich, eine Karriereseite und unkomplizierte Kontaktmöglichkeiten mit antippbarer Telefonnummer. Dazu kommen Impressum und Datenschutzerklärung.
Braucht ein kleiner Handwerksbetrieb überhaupt eine Website?
Wer dauerhaft ausgebucht ist und nie Personal sucht, kommt zur Not ohne aus. Für alle anderen gilt: Kunden und Bewerber suchen heute bei Google, und wer dort nicht auftaucht, existiert für sie nicht. Auch Empfehlungen werden vor dem Anruf fast immer online gegengeprüft.
Reicht nicht ein Eintrag bei Google und ein Instagram-Profil?
Beides ist wertvoll, ersetzt die Website aber nicht. Das Google-Unternehmensprofil bringt Sichtbarkeit auf der Karte, Instagram zeigt aktuelle Projekte. Die Website ist der Ort, an dem beides zusammenläuft und an dem Sie Inhalte, Darstellung und Anfragewege selbst bestimmen, unabhängig von Plattform-Regeln.
Welche Fotos brauche ich für meine Handwerker-Website?
Echte Bilder aus Ihrem Betrieb: fertige Projekte, Arbeitssituationen und Ihr Team. Ein professionelles Shooting von einem halben Tag reicht oft für die ganze Website. Stockfotos erkennen Besucher sofort, und sie zerstören genau das Vertrauen, das die Website aufbauen soll.
Wie lange dauert es, bis eine Handwerker-Website fertig ist?
Bei mir dauert ein Projekt üblicherweise sechs bis zehn Wochen von der Beauftragung bis zum Livegang. Der größte Zeitfaktor sind erfahrungsgemäß die Inhalte aus dem Betrieb, also Fotos, Projektinformationen und Freigaben. Wer das Material früh zusammenstellt, verkürzt die Laufzeit deutlich.
Wie werde ich mit meinem Betrieb regional bei Google gefunden?
Über drei Bausteine: Leistungsseiten, die Ihre Region im Text nennen, ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit regelmäßigen Bewertungen, und eine technisch einwandfreie, schnelle Website. Zusammen sorgen sie dafür, dass Ihr Betrieb bei Suchen wie „Dachdecker + Stadt“ auftaucht.







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